Krankhafte Schönheitsideale werden mittels moderner Massenmedien bis in die heimischen Kinderzimmer transportiert. Vor allem Mädchen wird suggeriert, dass der persönliche Erfolg im Leben in erster Linie von einem makellosen, schlanken Körper abhängig ist. Wenn Kinder und Jugendliche den Wunsch äußern abzunehmen, obwohl sie völlig normalgewichtig sind, sollten die Eltern hellhörig werden. Dies gilt auch für die Söhne, steigt doch die Zahl der betroffenen Jungen und Männer stetig an.

Eine Diät muss nicht in einer Essstörung enden, sie markiert jedoch häufig den Beginn der Erkrankung. Typische Alarmsignale für eine beginnende Anorexia ist ein stetiger Gewichtsverlust, dauerhafter Appetitmangel und eine Änderung des Essverhaltens.

Gemeinsames Essen wird vermieden

Die Erkrankten verheimlichen häufig ihre Absichten und erfinden zahllose Ausreden, warum sie nicht am gemeinsamen Essen teilnehmen möchten. Sie behaupten bereits gegessen zu haben, krank zu sein, oder später etwas zu essen. Wenn sie doch in Anwesenheit der Angehörigen speisen, greifen sie zu kalorienarmer Nahrung, oder nehmen nur wenige Bissen zu sich.

Auffällige Verhaltensweisen bei Magersüchtigen

Ein langes Verweilen im Badezimmer kann auf selbstinduziertes Erbrechen hindeuten. Damit verbundene Geräusche und Gerüche werden mitunter durch laute Musik und den Einsatz von Parfum oder Putzmitteln überdeckt. Die regelmäßige Nutzung von Medikamenten zum Abführen und Entwässern des Körpers sind typische Anzeichen für eine Essstörung. Die Erkrankten greifen gerne zu dicker und warmer Kleidung, um den Gewichtsverlust zu kaschieren und der gesteigerten Kälteempfindlichkeit zu begegnen. Die Aufnahme sportlicher Aktivitäten steht häufig im krassen Gegensatz zur Klage über eine allgemeine Erschöpfung und Müdigkeit. Der Sport wird in diesem Fall nur als Mittel zur Gewichtsreduktion instrumentalisiert und ist keinesfalls als Ausdruck von Lebensfreude zu verstehen.


Weiterführende Literatur zum Thema Magersucht: