Selbsthilfe - Maßnahmen zur Eigenbehandlung
Der eigene Weg aus der Magersucht
Die Magersucht ist eine sehr schwere psychische Erkrankung und Ausdruck tiefliegender Probleme. Eine effektive Selbsthilfe ist nur in begrenztem Umfang möglich. Je nach Schweregrad ist das sofortige Aufsuchen eines Facharztes bzw. einer Klinik unumgänglich. Wer sich dennoch nicht in ärztliche Behandlung begeben möchte, oder zusätzliche Unterstützung sucht, ist gut beraten Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe für Essgestörte aufzunehmen.
Selbsthilfegruppen bieten Unterstützung
In Selbsthilfegruppen finden sich Betroffene in jedem Stadium der Erkrankung. Im Gespräch mit anderen Erkrankten kann man Gemeinsamkeiten erkennen und sich sein Leid von der Seele reden. Man kann von den Erfahrungen und den Ratschlägen bereits genesener Gruppenmitglieder profitieren und positive Beispiele für den Weg aus der Krankheit erleben. Entsprechende Selbsthilfegruppen gibt es in jeder größeren deutschen Stadt. Adressen können im Internet recherchiert oder bei den Krankenkassen erfragt werden. Ein besonders niederschwelliges Angebot bieten Selbsthilfegruppen im Internet. In speziellen Online-Foren können sich Betroffene untereinander anonym austauschen.
Das Ernährungsprotokoll - Selbsthilfe durch Selbsterkenntnis
Im Ernährungsprotokoll wird jede Mahlzeit mit Uhrzeit detailliert notiert. Der Patient vermerkt ferner den Grund für die Mahlzeit und wie er sich dabei gefühlt hat. Der Zusammenhang zwischen Gefühlen und dem Essen soll auf diese Art sichtbar gemacht werden. Wenn sich der Patient beispielsweise nach einer kalorienarmen Mahlzeit besonders gut gefühlt hat, soll er gezielt nach einem Ersatz suchen, der ihm ähnliches Wohlbefinden verschaffen kann. Dazu kann eine Liste angenehmer Tätigkeiten erstellt werden, mit denen sich der Essgestörte ablenken und beschäftigen kann. Schlussendlich soll die Befriedigung, die der Patient aus dem krankhaften Essverhalten zieht, durch positive Alternativen ersetzt werden.

