Wenn Sie den Verdacht hegen, dass Ihr Kind an Magersucht erkrankt ist, sollten Sie einen entspannten Moment abwarten und das direkte Gespräch suchen. Reden Sie in Ruhe über Ihre Ängste und Sorgen, ohne dabei klagend oder fordernd aufzutreten. Nichts liegt näher als das Kind unmissverständlich zum Essen aufzufordern. Konkrete Ansagen wie: „Du musst endlich mehr essen, du bist viel zu dünn!“, wirken kontraproduktiv, da die betroffene Person krankheitsbedingt ihr Verhalten nicht einfach ändern kann. Versuchen Sie Ihr Kind behutsam zum gemeinsamen Besuch einer Beratungsstelle zu bewegen.

Informieren Sie sich über die Krankheit

Im Internet und bei örtlichen Beratungsstellen, können Sie sich eingehend über die Anorexia informieren. Sie werden auf viele Ihrer Fragen eine kompetente Antwort erhalten und so Ihre Unsicherheit im Umgang mit den Betroffenen überwinden. Scheuen Sie sich nicht Hilfsangebote anzunehmen, die Erkrankung stellt die gesamte Familie vor eine starke Belastung und sollte nicht von einer Person alleine getragen werden.

Der tägliche Umgang mit der Erkrankung

Begegnen Sie anorektischen Angehörigen mit Respekt und Einfühlungsvermögen. Lassen Sie dem Erkrankten mehr persönliche Freiräume, dass gut gemeinte liebevolle Bemuttern wirkt keinesfalls heilsam, sondern verstärkt die Erkrankung zusätzlich. Menschen mit Essstörungen fühlen sich häufig fremdbestimmt und kontrolliert, sie leiden unter einem geringen Selbstwertgefühl und sehnen sich nach mehr Autonomie. Je schneller sie lernen für sich selbst Verantwortung zu übernehmen und ihren eigenen Bedürfnissen zu folgen, umso eher wird sich die Essstörung verbessern. Überdenken Sie Ihre früheren Verhaltensweisen innerhalb einer Familientherapie, oder mit Hilfe eines eigenen Therapeuten. Geben Sie eigenen Schuldgefühlen nicht zu viel Raum und konzentrieren Sie sich stattdessen auf die Zukunft und wie Sie diese für alle Beteiligten besser gestalten können.


Weiterführende Literatur zum Thema Magersucht: